Fischhegegemeinschaft Rot-Kocher in Fichtenberg 

unter neuer Leitung

Presseartikel vom 28.6.2019

Die Fischhegegemeinschaft Rot-Kocher steht unter neuer Leitung.
Der Landesfischereiverband empfiehlt, Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Signalkrebses zu ergreifen.


Zwei wichtige Stabwechsel in der Vorstandschaft gab es bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Fischhegegemeinschaft Rot-Kocher in Fichtenberg. Hans-Jörg Holspach, der seit 2014 als erster Vorsitzender die Fischhege geleitet und maßgeblich geprägt hat, kandidierte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.
m Vorfeld war es ihm jedoch gelungen, Stephan Pfitzer als Kandidaten zu gewinnen. Dieser wurde einhellig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Stephan Pfitzer ist 34 Jahre alt und seit seiner Jugend begeisterter Angler. Von Beruf ist er Werkschützer. Beim Fischzuchtverein Schwäbisch Hall engagiert er sich bereits als zweiter Vorsitzender. Ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen wird künftig Günter M. Mayr der Fischhege nicht mehr als „Berater für Förderfragen und Kontakt zu Kommunen“ zur Verfügung stehen. Seine Nachfolge tritt ein Zweierteam, bestehend aus Ralf Wiedler und Bürgermeister Roland Miola, an.

Für ihre außerordentlichen Verdienste für die Hegegemeinschaft wurden Hans-Jörg Holspach und Günter Mayr per Akklamation zu Ehrenmitgliedern ernannt. Außerdem erhielt der scheidende erste Vorsitzende Holspach vom Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg (LFVBW), Reinhart Sosat, eine gebührende Ehrung. Er wird zudem noch eine besondere Ehrennadel mit Urkunde erhalten. Von der Fischhege überreichte der zweite Vorsitzende ein Geschenk an Holspach und dankte ihm für dessen Einsatz in besonderer Weise.
Als zweiter Vorsitzender wurde Axel Worlitz wiedergewählt. Für das neu eingerichtete Amt des Internetbeauftragten wurde Boris Krummhauer bestimmt. Er hat für die Hege eine Internetpräsenz erstellt, die demnächst an den Start geht. Für die Presse ist weiterhin Manfred Böhm zuständig. Als Schriftführerin wurde Eva Cieslik bestätigt. Außerdem wurden diverse Beisitzer bestimmt, welche die Mitgliedsvereine vertreten.


Die Gemeinschaft wächst

Bei der Mitgliederversammlung konnten drei neue Mitglieder begrüßt werden: Die Gemeinde Rosengarten, der Angelsportverein Aalen sowie der Angelverein FHG Untermünkheim. Damit gehören der Fischhegegemeinschaft Rot-Kocher nun 17 Vereine, sechs Kommunen und fünf private Fischereiberechtigte an. Etwa 2200 Fischer werden auf diese Weise von der Interessengemeinschaft vertreten.

Reinhart Sosat vom Landesverband, der die Fischhegegemeinschaft bei der Erstellung des Hegeplans unterstützt, gab einen Sachstandsbericht. Aus Sicht des Diplom-Biologen ist die Rot, was die Artenvielfalt angeht, in keinem guten Zustand. Vor allem im Oberlauf und im Unterlauf behindern viele Verbauungen die Wanderung der Fische. Signalkrebse gefährden zudem die letzten Vorkommen von einheimischen Steinkrebsen. Für die Fischer an der Rot brachte der Gschäftsführer des LFVBW eine umfangreiche To-do-Liste mit: Wichtig sei es, die unteren drei Wehre durchgängig zu machen. Alle Seitenbäche ohne Steinkrebsvorkommen müssten zur Rot hin durchgängig gemacht werden. Bei den Seitenbächen mit Steinkrebsvorkommen sei der Einbau von doppelten Krebssperren dringend notwendig, um hier das Vordringen des Signalkrebses zu verhindern. Sonst seien hier die Steinkrebse zum Tode verurteilt. Auch die Befischung des Signalkrebses müsse intensiviert werden.

Ebenso wichtig seien strukturverbessernde Maßnahmen wie Buhnenbau und Einrichtung von Kieslaichplätzen. Der Besatz mit Bachforellen solle zurückgefahren werden. Dafür sollten mehr Aale, Äschen und Quappen eingesetzt werden. Schließlich hält er es für wichtig, zu prüfen, ob am Unterlauf eine Infektion der Fische mit der Proliferativen Nierenkrankheit (PKD) vorliegt. Mit Blick auf das Kormoranproblem braucht Sosat viel mehr Daten, als vorliegen. Er beschwor die Fischer, über die App „KormoDat“ Kormoransichtungen zu melden. Ohne eine bessere Datenlage sei jeder Antrag auf Vergrämung ohne Erfolgsaussichten. Der Vorsitzende der Nachbarfischhege Jagst, Markus Hannemann, berichtete vom langen Weg zur Vergrämung von Kormoranen an der Jagst. Er hat den Eindruck, dass bei den entscheidenden Stellen und bei den Naturschützern die Erkenntnis wächst, dass die Population reduziert werden muss.